Shliff Anleitung: So strukturierst und validierst du deine Ideen
Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch die Brainstorming-App: von der ersten Sprachaufnahme deiner Idee über das Strukturieren mit KI und das Schärfen in der Ideen-Karte bis zum Bewerten, Validieren und Exportieren als PDF. Eine Übersicht der Funktionen findest du auf der Shliff-Startseite.
1. Was ist Shliff — und für wen?
Shliff verwandelt eine vage Idee in eine verzweigte Ideen-Karte — damit du das Richtige baust, nicht das Erstbeste. Jede Karte ist ein Ideen-Baum: Du sprichst oder schreibst eine Idee, verzweigst sie und bewertest ihre Tragfähigkeit.
Shliff ist für alle, die viele Ideen haben, aber entscheiden müssen, welche sie wirklich weiterverfolgen: Gründer:innen, Indie-Entwickler:innen, Produktleute — oder einfach Menschen, die ihre Gedanken strukturieren wollen. Der rote Faden ist immer derselbe: Brainstorming → Schärfen → Validieren → Entscheiden.
2. Onboarding: Einrichtung beim ersten Start
Beim ersten Start führt dich ein kurzes Onboarding durch die Grundidee der App („Aus Funke wird Entscheidung", „Sprich oder schreib", „Schärfen & entscheiden"). Danach folgt die Einrichtung — beides ist optional und später in den Einstellungen änderbar:
- Mikrofon erlauben: für die Sprachaufnahme deiner Ideen. Ohne Mikrofon kannst du Ideen auch tippen.
- Eigenen KI-Schlüssel verbinden: Verbinde Claude, Gemini, ChatGPT oder Perplexity. Ohne Schlüssel kannst du Karten manuell anlegen und die KI später aktivieren.
- Anonyme Nutzungsdaten: optional, DSGVO-konform, ohne Ideen-Inhalte — jederzeit widerrufbar.
In der App begleiten dich außerdem eine geführte Tour und kontextbezogene Hinweise (Coachmarks) an den Stellen, an denen du eine Funktion zum ersten Mal brauchst. Über die Einstellungen kannst du das Onboarding jederzeit erneut zeigen lassen.
3. Idee erfassen: Sprechen oder Schreiben
Der schnellste Weg: Mikrofon gedrückt halten und die Idee in einem Satz beschreiben — Loslassen beendet die Aufnahme. In den Einstellungen kannst du alternativ „Aufnahme per Tippen (Stop/Play)" aktivieren: Einmal aufs Mikrofon tippen startet die Aufnahme, der Stop-Button beendet sie.
Die Spracherkennung läuft auf Wunsch komplett offline auf dem Gerät (Einstellung „Offline-Spracherkennung (Whisper)" — das Modell ist in der App enthalten); ausgeschaltet wird die Spracherkennung des Betriebssystems genutzt.
Lieber tippen? Wähle „Schreiben" und gib deine Idee als Text ein.
4. Strukturieren: aus Rohtext wird ein Wurzelknoten
Nach der Aufnahme (oder dem Schreiben) siehst du deinen Rohtext. Tippe „Strukturieren" — die KI macht daraus einen klaren Knoten mit Titel, Beschreibung und passenden Unter-Ideen. Mit „Speichern" wird der Wurzelknoten auf der Karte angelegt; von ihm aus verzweigst du die Idee weiter.
5. Die Ideen-Karte: Knoten schärfen
Jede Idee lebt als Baum auf einer Ideen-Karte. Tippe einen Knoten einmal an, um ihn in den Vorschau-Modus zu bringen; ein zweites Tippen öffnet die Aufgaben am Knoten — dort kannst du ihn schärfen: markieren, bearbeiten oder bewerten.
- Baum- oder Radial-Layout: Über den Layout-Umschalter wechselst du zwischen Baum-Ansicht und radialer Ansicht („Zu Radial wechseln").
- Eltern-Indikator: Über den Eltern-Indikator springst du jederzeit zum übergeordneten Knoten zurück — praktisch in tiefen Zweigen.
6. Triage-Chips: Wichtig · Vielleicht · Verwerfen
Mit den Triage-Chips ordnest du Knoten ein: wichtig, vielleicht oder verwerfen. So behältst du auch in großen Bäumen den Überblick, welche Zweige zählen. Verworfene Knoten sind nicht weg: Du kannst sie später wieder reaktivieren. Beim Verwerfen entscheidest du, ob nur dieser Knoten oder der ganze Unterzweig verworfen wird („Nur diesen Knoten verwerfen" / „Samt Unterzweig verwerfen").
7. Knoten abzweigen
Neue Knoten zweigst du direkt am ausgewählten Knoten ab — per „Schreiben" für Text oder per Mikrofon als Sprachnachricht. Die neue Unter-Idee hängt dann als Kind am gewählten Knoten. So entwickelst du einzelne Aspekte deiner Idee gezielt weiter, Zweig für Zweig.
8. Kandidat & Auswerten
Hat sich ein Zweig als vielversprechend herausgestellt, machst du ihn über das Knoten-Menü „Zum Kandidaten machen". Der Kontext des Kandidaten wird dabei eingefroren („Kandidat · Kontext eingefroren") — Untersuchung und Validierung beziehen sich ab jetzt auf genau diesen Stand. Es gibt immer nur einen aktiven Kandidaten pro Karte; über „Kandidatenstatus entziehen" gibst du ihn wieder frei.
„Auswerten" erstellt eine Auswertung dieses Asts: Sie fasst den Zweig bis zur Wurzel zusammen, damit du ihn bewerten und weiterverfolgen kannst. Ein Auswertungs-Knoten kann selbst keine Kindknoten haben und lässt sich nicht in eine Synthese aufnehmen — er ist das Ergebnis, nicht ein weiterer Zweig.
9. Recherche & Fragen
Am Kandidaten helfen dir zwei Werkzeuge beim weiteren Schärfen der Idee:
- „Fragen" — eine geführte Untersuchung: Du beantwortest nacheinander Fragen zu Zielgruppe, Painpoints, Marktfähigkeit und Aufwand („Frage 1 / 6" usw.).
- „Recherche" — gezielte Recherche zum Kandidaten, um Annahmen mit Fakten zu unterfüttern.
Zusätzlich erzeugst du mit „Prompt" passende KI-Prompts zum Knoten; ist der Chat-Schalter aktiv, kannst du direkt mit der KI chatten. Wird der Kontext eines Kandidaten später aktualisiert, werden Untersuchung & Validierung zurückgesetzt — damit die Ergebnisse immer zum aktuellen Stand passen.
10. Validieren & Bewerten
Aus der Untersuchung entsteht zunächst eine Auswertung — die Risiko-Karte: Sie benennt die riskanteste Annahme und schlägt Kill-Kriterien vor. Von dort prüfst du über Validieren und Bewerten, wie tragfähig die Idee ist.
Die Bewertung vergibt einen Score über mehrere Dimensionen — etwa Markttragfähigkeit, Aufwand und Kosten — und verdichtet sie zur Gesamt-Tragfähigkeit, vergleichbar mit anderen Ideen auf der Karte. Du kannst die Einschätzung selbst eintragen oder per „KI vorfüllen" lassen.
Der Validierungsplan führt die Idee in mehreren Phasen bis zur Entscheidung — von den Kriterien (Deadline und Ziel-Werte) über Launch und Messen bis zum Urteil. Du definierst Kill-Kriterien mit Ziel- und Istwerten; der Gesamtscore (0–100) zeigt, wie viele Kriterien erfüllt sind. Am Ende steht eine klare Empfehlung: „Weiterverfolgen", „Parken oder Verwerfen" oder „Pivot prüfen".
11. Synthese: Zweige zusammenführen
Gute Gedanken stecken oft in verschiedenen Zweigen. Halte einen Knoten gedrückt, um die Mehrfachauswahl zu starten, und tippe weitere Knoten an — auch mehr als zwei. Mit „Zusammenführen" führst du die ausgewählten Knoten zu einem neuen Synthese-Knoten zusammen. Eine Synthese funktioniert nur zwischen verschiedenen Zweigen — und braucht mindestens zwei Quell-Zweige. Verworfene Quellknoten müssen vor einer Synthese reaktiviert werden.
12. Bibliothek & Sammlungen
Die Bibliothek („Alle Karten") ist dein Zuhause für alle Ideen. Du legst dort eine Karte als Ideensammlung oder als konkrete Idee an („Neue Idee" / „Neuer Ordner"). Konkrete Ideen verschiebst du per langem Tippen zwischen Sammlungen oder speicherst sie lose; per Doppeltipp oder „Öffnen" kommst du hinein — „Öffne Idee" öffnet die Idee als eigenen Ideen-Baum.
- Ansicht & Ordnung: Raster- oder Listen-Ansicht, Sortierung nach Name oder Geändert, Suche.
- Verwalten: Umbenennen, Verschieben nach, In den Papierkorb verschieben; Mehrfachauswahl über „Auswählen".
- Anfangsuntersuchung: In einer Ideensammlung kannst du eine Anfangsuntersuchung machen — mit den Dimensionen Konkurrenz, Marktpotenzial, Zeitaufwand und Kosten.
13. Export als PDF
Mit „Exportieren" erstellst du ein PDF deiner Idee oder Sammlung. Der Export enthält den Ideen-Baum mit seinen Knoten, die Zusammenfassung, die Anfangsuntersuchung, die Auswertung, Fragen, Recherche, Bewertung und die Validierung (inkl. erreichter und verfehlter Kriterien) — deine ganze Entscheidungsgrundlage in einem Dokument.